Corona

Das Karma trifft uns und wurde Corona benannt – Die Krone der Welt. 

Die ersten Fälle traten auf einem Markt in der chinesischen Stadt Wuhan auf. „Where the fuck ist eigentlich Wuhan?“, dachte sich Peter „ und was hat das mit mir zu tun?“.
Lange ignorierte er die nahende Katastrophe, blickte leeren Blickes in den Fernseher hinein und zappte weiter, wenn er schon wieder etwas über den Virus Sars-CoV-2, bekannt als Corona-Virus, hörte. „Dass die Chinesen davon betroffen sind, ist ja klar. Es sind so viele, leben viel zu eng beieinander, sollen sie das mal wieder in den Griff bekommen. Der ganze Trubel um so eine Grippe ist doch total übertrieben. Hysterie, Panikmacherei von den Medien, da steckt sicherlich was ganz anderes dahinter. Die Regierung sagt uns mal wieder nicht die Wahrheit.“

Auch als die ersten Todesfälle in Italien und Frankreich auftraten, machte sich Peter keine Sorgen. „Ich bin jung und fit. Mich geht das alles nichts an.“

Am 27. Januar werden die ersten Fälle in Deutschland bekannt. Drei Tage später ruft die WHO die internationale Gesundheitsnotlage aus. Am 7.März meldet die WHO mehr als 100.000 Infizierte weltweit. 4 Tage später sind es über 300.000 Infizierte. Insgesamt sind 186 Länder betroffen.

10. März: das Bundesministerium beschließt, dass alle Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern abgesagt werden. Einen Tag später erklärt die WHO die bisherige Epidemie offiziell als Pandemie.

Das öffentliche Leben ist weitgehend eingeschränkt. Supermärkte, Bars und Restaurants, Schulen, Universitäten und Firmen werden geschlossen. Die Regierung fordert die Bevölkerung auf zu Hause zu bleiben und soziale Kontakte zu vermeiden. Nur noch für Lebensnotwendige Angelegenheiten raus zu gehen. Am 22. März werden Ansammlungen von mehr als 2 Personen verboten.

In Supermärkten werden Desinfektionsmittel knapp, es gibt einen Lieferengpass. Lebensmittel und Toilettenpapier werden gebunkert.

Auch Peter bunkert. Weil er nicht weiß, was er sonst tun soll. Vielleicht übertreiben alle, vielleicht tritt eine neue Katastrophe ein. Peter weiß nicht mehr, wie er reagieren soll. Die Medien haben nur noch ein Thema. Im Fernsehen laufen nur noch erschreckende Nachrichten über Tote, Inzidenzzahlen und Mutationen des Virus. Er merkt, dass seine Unsicherheit und Ängste steigen, dennoch verfolgt er täglich die Entwicklung auf der Welt. 
Seitdem die Schulen geschlossen sind, haben seine Frau und er eine Doppelbelastung zu tragen.  Zudem macht er sich Sorgen, wie lange er noch seine Mitarbeiter zahlen kann, wenn das Geschäft noch weiter zu ist. Das hat auch Auswirkungen auf sein Familienleben. Er ist schneller gereizt, in der Familie gibt es häufiger Streit.


Auch in Deutschland gibt es Streit aufgrund von Meinungsverschiedenheiten. Streit, um das Tragen von Masken, Streit, um Impfungen, Streit, um den richtigen Umgang. 

Öffentliche Einrichtungen sind für Geimpfte, Genesene und Getestete wieder zugänglich, der Rest darf draußen bleiben. Spiel mit oder verlier. 

G3, G2, G Plus. 
Ein gegenseitiges Verständnis existiert nicht. Die Fronten sind verhärtet, es kommt zur Spaltung.

„Nicht Geimpfte sind verantwortlich daran, dass das Virus sich ausbreitet“ vs. „Geimpfte zerstören ihren Körper und denken nicht an die Folgen“.

Und alle wünschen sich nur eins „Das alles wieder normal wird.“

Doch was bedeutet Normalität?
Es gab eine Zeit, da war es normal, dass Frauen kein Recht hatten zu arbeiten. Es war mal normal, Neger zu sagen. Es war mal normal, Menschen zu vergasen. 

Mit unserer Normalität haben wir es geschafft, die Ressourcen der Welt aufzubrauchen. Mit unserer Normalität haben wir es geschafft, die Weltmeere zu verschmutzen. Mit unserer Normalität haben wir es geschafft, dass die Pole schmelzen. Mit unserer Normalität fördern wir Kinderarbeit. Mit unserer Normalität verschmutzen wir die Luft, die wir atmen, vergiften wir die Lebensmittel, die wir essen, haben wir es geschafft, dass die Weltmeere voller Plastik sind.

Es ist gut, dass Normalitäten sich ändern.

Es war mal normal, dass es andere Zeiten gab.
Es ist normal, dass eine Veränderung neue Normalitäten bringt.
Eine Normalität wird zur Norm, wenn sie über einen Zeitraum besteht. 

Wie lange muss etwas bestehen, damit es zur Normalität wird?

Nicht einmal zwei Jahre später ist es normal Masken zu tragen, nicht einmal ein Jahr später ist es normal sich täglich testen zu lassen. Und es ist normal geworden, unsere Mitmenschen auszugrenzen, wenn sie sich nicht impfen lassen. Ihnen zu verbieten an kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen, sie aus dem sozialen Leben zu streichen und ihnen mit dem Verlust ihrer Arbeit zu drohen. 

Wir befinden uns im kollektiven Trauma. Im Trauma der Ausgrenzung, im Trauma der Strafe, wenn wir nicht das brave Kind sind und nicht tun, was Mama und Papa uns sagen. Wir schaffen Angst und Unsicherheit und richten über andere. Wir fühlen uns stark Minderheiten auszugrenzen, sie verantwortlich zu machen und ihnen die Schuld zuzuschieben.

1945. Du bist nie weg gewesen.

Wie es Peter mittlerweile geht? Gut. Sehr gut sogar. Seitdem es verpflichtend ist, Schutzanzüge und Masken auch in den eigenen 4 Wänden zu tragen, fühlt er sich sicher. 

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